Worum geht’s hier eigentlich? Und worum nicht?
Hier kommt die wissenschaftliche (und die nicht ganz so wissenschaftliche) Einführung zum Tagebuch eines Narrenprojekts.
ABSTRACT.
Im Folgenden wird die Erarbeitung der Creative Thesis »Creative Journey Tarot – Gestaltung eines Kartendecks zur Entfaltung der Kreativität« geschildert. Für die Thesis wurde entschieden, ein Produkt zu gestalten, das Menschen wirkungsvoll zu »mehr Kreativität« verhelfen kann.
Die Wahl fiel auf ein Kartenset, da Karten ein geeignetes Medium für diesen Zweck zu sein scheinen. Sie können gezogen, gelegt und immer wieder neu kombiniert werden. Die Struktur des Kartensets sollte aus dem traditionellen Tarot bzw. Tarock mit seinen 78 Karten übernommen werden.
Kreativität sollte für die Thesis in einem größeren und alltäglicheren Zusammenhang betrachtet werden; es sollte nicht nur um klassische künstlerische Errungenschaften gehen. Hierzu musste Kreativität zunächst definiert werden.
Es wurde eine Markt- und Zielgruppenrecherche durchgeführt. Im Anschluss wurden die Kartenthemen in Anlehnung sowohl an das traditionelle Tarot als auch an den Themenkreis Kreativität konzeptioniert. Die Recherche umfasste neben den Kernthemen auch die Historie der Spielkarten sowie die Struktur von Geschichten.
Aus Letzterem wurde eine eigene Geschichte verfasst, die die Entwicklung der Karte »0 – Der Narr« durch die Welt der Trümpfe beschreibt.
Erste Versuche der visuellen Umsetzung waren wenig erfolgversprechend, auch die Strukturierung und Benennung der Karten war komplex.
Im schwierigen Verlauf der Erarbeitung traten immer wieder neue Hürden auf, die gravierende Verzögerungen nach sich zogen. Erst ca. ein Jahr nach Beginn der Arbeit wurde der Stand erreicht, der die Anmeldung der Thesis erlaubte. Es wurden ein Kartendeck aus 78 Spielkarten, 22 Impulskarten, eine Verpackung für das Kartenset und eine Anleitung gestaltet und als Prototyp produziert.
Hä?
MASTER’S CUT
VERY ABSTRACT.
Superlangweilig. Und verdammt weit weg von dem, was in den letzten sechzehn Monaten tatsächlich passiert ist. Also nochmal.
Hi. Ich bin Jessica. Ich bin neununddreißig Jahre alt. Ich studiere Kommunikationsdesign. Das hier ist meine Bachelorarbeit.
Ich habe mir in den Kopf gesetzt, ein Tarot für Kreative zu gestalten. Alles war anders geplant. Nichts kam so, wie es hätte kommen sollen. Ich konnte nicht wissen, dass das Projekt mich fast eineinhalb Jahre lang begleiten wird. Ich konnte nicht ahnen, wohin es mich führen wird.
Es mich.
Nicht umgekehrt.
Ich habe einiges über Kreativität gelernt.
Ich habe ein Tarot gestaltet.
Nebensache.
Ich habe mich in Geschichte und Geschichten und fremden und düsteren Welten verloren. Ich habe mich selbst verloren. Und vielleicht, nur vielleicht, habe ich mich dadurch gefunden.
Vielleicht wurde ich auch gefunden.
Vielleicht, nur vielleicht, bin ich die letzten eineinhalb Jahre selbst die kreative Reise des Narren gegangen. Vielleicht habe ich die Kreativität erlebt. Vielleicht habe ich das Tarot erlebt. Vielleicht bin ich auch nur ein Narr.
Aber hoffentlich ein witziger.
Auf diesen Seiten dokumentiere ich meine Geschichte.
Die Geschichte des Kreativ-Tarot.
Ich kann das nicht alleine. Es ist nicht nur meine Geschichte. Ich tippe nur. Ich kritzele nur. Auch der Narr erzählt seine Geschichte. Der Puppenspieler grätscht rein. Ishmael ist der einzig Normale. Der Rest ist irre.
Aber vielleicht magst du mich ja trotzdem begleiten.
In die Welt der Irren.
Vielleicht inspiriert dich etwas.
Vielleicht erfährst du Dinge, die du noch nicht weißt.
Vielleicht wirst du manches hinterher mit anderen Augen sehen.
Vielleicht triffst du sogar den Magier. Oder die Muse.
Oder den Puppenspieler.
Sei mutig.
Komm mit.



