Kreativität ist scheiße. Und ein Dilemma. Und Veröffentlichung ist gruselig! Hier kommt der Prolog (oder Epilog? Prepilog?) zum Tagebuch eines Narrenprojekts.
JETZT ODER NIE
Die Ruhe hat nicht lange angehalten. Schon Dienstag Morgen war mein Gehirn wieder im Projekt-Overdrive und als ich realisiert habe, dass es vorbei ist, bin ich in eine Art postnatale Depression verfallen, von der ich mich gerade schrittweise erhole.
Und seitdem schwirrt dieser Blogartikel in meinem Kopf rum und er könnte gut und gerne der schlechteste (und längste) werden, den ich je geschrieben habe. Denn heute Morgen kam der Adrenalinschub. Der Puppenspieler hat zugeschlagen und alle Pläne für den Tag wurden über den Haufen geworfen. Ich muss das jetzt schreiben. Oder ich tue es nie. Es gibt so Momente im Leben. Wenn der Puppenspieler ruft, hat man zu gehorchen.
Obey your Master!
Tja, und wo war der Puppenspieler die letzten sechs Monate, in denen kein einziger Blogartikel, kein Video, nicht mal ein armseliger Wochenimpuls erschienen ist?
Der hatte anderes zu tun. Wir waren beschäftigt. Er und ich und die anderen. Sehr.
…
Wie soll ich das jetzt erklären?
Also … Ich studiere ja immer noch Kommunikationsdesign. Und im Oktober 2023, also vor gut sechzehn Monaten, habe ich mit meiner Bachelorarbeit begonnen. Keine langweilige theoretische Grütze, wir dürfen was Praktisches machen. Und einer laaaaangen Themenfindungsphase entsprang dann die Idee, dass ich gerne ein Tarot gestalten möchte. Du weißt schon, die 78 Karten, mit denen manch einer in die Zukunft gucken kann. Ich nicht. Ich kann nicht in die Zukunft gucken.*
Tarotkarten kann man aber auch anders benutzen. Auch zum Karten spielen übrigens. Tarotkarten sind hervorragend dazu geeignet, sich selbst zu erforschen. Kontakt zum Unbewussten zu kriegen. Einsichten zu gewinnen und Verbindungen herzustellen, die der bewusste, rationale Verstand alleine nicht hinkriegt. Und ich dachte irgendwie, dass es eine Spitzenidee ist, als Bachelorarbeit ein Tarot »für mehr Kreativität« zu gestalten. Also ein Tool, dass Menschen selbst nutzen können, um ihrer kreativen Entfaltung auf die Sprünge zu helfen.
* Aber ich habe ein Alter Ego namens Fidelma de Beauchêne, die Tüllröcke und Goldcreolen trägt und mit französischem Akzent spricht. Die kann in die Zukunft gucken.
Hier geht’s zur Hörbuch-Episode:
Kreativität ist scheiße.
Und bevor jetzt jemand sagt »Ich kann aber nicht malen und finde Basteln zum Kotzen«: Kreativität ist mehr als Malen, Basteln, Schreiben, Töpfern, Singen und Tanzen und Schauspielern und all die anderen künstlerischen Tätigkeiten. Es geht nicht darum, Kunstwerke zu erschaffen. Oder eigentlich schon. Aber das größte Kunstwerk von allen ist ein kreatives Leben.
Und das kann sich nur aus vielen kleineren Kunstwerken – oder eher Kunststücken – zusammensetzen. Vielleicht ein Bild, vielleicht ein Song. Vielleicht auch ein Haus. Ein Projekt. Ein Handwerk. Ein Experiment. Eine Familie. Eine Selbstständigkeit. Und noch so viel mehr. All das kann Ausdruck unserer Kreativität sein.
Ich habe in der Thesis folgende Arbeitshypothese aufgestellt:
»Kreative sind Menschen, die aus innerem Antrieb und mit ihren eigenen Ideen etwas Neues (materiell oder immateriell) nach ihrem persönlichen Anspruch erschaffen und in ihrem Tun aufgehen.«
Findest du dich wieder? Das hoffe ich. Meine Grundüberzeugung ist, dass jeder Mensch kreativ ist. Nicht nur einige wenige »Talentierte«, das ist Bullshit.*
Jeder Mensch trägt kreatives Potenzial in sich. Hat die Fähigkeit, sich Dinge auszudenken, Zusammenhänge zu erkennen und aus seinen Träumen und Gedanken irgendetwas zu erschaffen, das es so noch nicht gibt. Sonst würden wir heute noch pudelarschnackig in Höhlen hausen und hätten noch nicht gerafft, warum die Sonne auf- und untergeht. Dass wir die Sache mit der Erde und der Sonne kapiert haben und dass du gerade vor irgendeinem Bildschirm sitzt und Buchstaben und Wörter zusammensetzt, ist den kreativen Leistungen der Menschheit zu verdanken.
Okay. Aber die Sache mit der Kreativität ist die: It sucks.
Kreativität ist scheiße.
In der frühesten Erinnerung an eines von zahllosen Kindheitstraumata sitze ich bei meinen Großeltern auf der Couch mit Buntstiften in der Hand vor einem leeren Blatt Papier. Irgendwas will raus, will erschaffen, will gemalt werden, und ich bin, rückblickend, heillos überfordert. Ich sage Dinge wie »Ich weiß nicht, was ich malen soll«. Aber niemand hilft mir. Sie wissen es auch nicht. Sie können nicht malen. Oder wollen nicht. Vielleicht nehmen sie mich nicht ernst. Vielleicht sind sie selbst überfordert.
Dieses Gefühl, dieser Eindruck, begleitet mich bis heute. Irgendwann habe ich gelernt, dass ich damit ganz und gar nicht alleine bin und dass dieses Kreativitätsleid ne große Sache ist. Dass mehr dahinter steckt, als nicht zu wissen, was man malen soll.
Für manche ist es scheinbare Ideenlosigkeit.
Für manche ist es unerträglicher Ideenüberfluss.
Für manche ist es Angst vorm Scheitern. Oder Angst vorm Erfolg.
Angst vor Veränderung.
Angst vor Bewertung sowieso.
* Die Talent-Diskussion verschieben wir vorläufig. Ich hab auch kein Talent. Willkommen im Club.
Unsicheres Terrain
Ganz egal, ob wir vor einem leeren Blatt, vor irgendeinem Projekt oder einfach vor unserer Zukunft sitzen: Kreativität ist ein grundsätzliches Dilemma. Wir müssen uns immer wieder entscheiden, ob wir auf dem bereits ausgetretenen Pfad bleiben, innerhalb unserer eigenen und der kollektiven Komfortzone; bei dem, was bereits bekannt und erprobt ist – oder ob wir einen neuen Weg beschreiten, der uns an die Grenzen der Komfortzone und darüber hinaus führt.
Letzterer ist noch ganz frisch, wie jungfräulicher Schnee. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Es kann uns auch niemand sagen, was richtig oder falsch ist. Was die gute und was die schlechte Entscheidung ist. Niemand weiß es, denn niemand ist genau diesen Weg je gegangen. Wenn wir ihn gehen, gehen wir ihn auf eigenes Risiko, begeben uns in unerforschtes und unsicheres Gelände. Das ist der Weg der Kreativität.*
Wenn wir immer schön alles so machen, wie es schon immer gemacht wurde, sind wir halbwegs auf der sicheren Seite. Wir kommen hier zwar trotzdem nicht lebend raus, aber wir kommen zumindest halbwegs sicher und berechenbar durch. Wenn wir alles brav so machen, wie es auch die anderen machen, dann müssen wir uns nicht drum sorgen, was die Nachbarn denken. Es gibt auch keinen Grund, uns zu kritisieren. Und höchstwahrscheinlich finden wir immer jemanden, der unsere Probleme teilt und uns zur Seite stehen kann. Oder zumindest jemanden, mit dem wir gemeinsam meckern und jammern können.
Falls du gerade noch das Bild von mir als Dreijährige vor dem leeren Blatt vor Augen hast, wechsel das mal aus. Setz dich selbst ein. Bei deinen Projekt- oder Lebensentscheidungen.
Der normale, der sichere, der ausgetretene Weg ist der einfache. Und ich will ihn nicht schlechtreden. Es ist nichts verkehrt daran, den einfachen Weg zu wählen. Es ist auch nicht »ein Weg« und auch nicht »der Lebensweg«; wir reden hier von Tausenden und Abertausenden Entscheidungen. Wir können uns jedes Mal für die althergebrachte Lösung oder für die kreative, bisher nicht existierende Lösung entscheiden. Aber lass uns bei der Vereinfachung »der Weg« bleiben: Dieser einfache Weg wird dann zum Problem, wenn er uns unglücklich macht. Wenn wir unser Leben nur halb leben oder, noch schlimmer, das Leben eines anderen leben.
Wenn wir unseren Wünschen, Träumen und Ideen kein Vertrauen schenken. Wenn uns der Mut, den dieses Vertrauen braucht, abhandengekommen ist.
Dann sind wir blockiert, stehen uns selbst im Weg. »Würden eigentlich gerne, aber …«. Hinter dem Aber, steht immer die Angst. Wir verkleiden sie als ich hab keine Zeit, ich hab kein Geld, die Arbeit, der Lebenslauf, die Kinder, der Meniskus, die bessere Hälfte, die Schwiegermutter, das fehlende Talent, komm du erst mal in mein Alter und was weiß ich was alles.
Niemand (mich eingeschlossen) will das hören; aber dahinter steckt immer nur: Angst.
Falls du jetzt laut zeterst und das für totalen Quatsch hältst, weil du ja auf jeden Fall xy tun würdest und total die vernünftigen Gründe hast, es nicht zu tun: Glaub ich dir. Ich hab auch immer voll die vernünftigen Gründe. Ich hab ja wirklich wirklich keine Zeit.
Ich lass das für den Moment mal offen. Wenn du magst, spür nächstes Mal einfach ein bisschen genauer hin, wenn du denkst, dass du eigentlich gerne xy tun würdest, aber [setze einen fabelhaften Grund deiner Wahl ein]. Nimm mal die Idee mit, dass es die Angst vor irgendetwas sein könnte, die dich abhält. Und prüfe einfach für dich, wie sich das anfühlt.
Kreativität ist also nicht nur scheiße, sondern auch ein ganz grundsätzliches Dilemma. Irgendetwas in uns (zu diesem Irgendwas kommen wir wann anders) drängt nach außen, strebt nach Verwirklichung. Nenn es Kreativität, nenn es Selbstverwirklichung, nenn es Ideen oder Tagträume, Visionen, nenn es Seele oder innere Stimme oder göttliche Eingebung oder meinetwegen sogar Talent. Wenn du wirklich nicht weißt, was ich meine, erinner dich mal an deine Kindheit, da hattest du das noch.
Wir können diesem Etwas nachgehen (= kreativer, neuer Weg, risikoreiches Verlassen der Komfortzone) oder wir können es lassen (= althergebrachter, bewährter Weg, gut ausgeschildert und ziemlich safe).
Die Angst, die Widerstände, ziehen uns auf den sicheren Weg zurück. Klar, wir wollen das meiden, was Angst verursacht. Das ist auch gut so. Aber was ist nun, wenn wir den sicheren Weg wählen und das Etwas keine Ruhe gibt? Wenn die Träume bleiben oder der sichere Weg dich einfach unzufrieden macht? Wenn du spürst, dass du dein Leben nur halb lebst? Dass da noch mehr geht! Dass du mehr willst!
Aber …
Das ist das grundsätzliche kreative Dilemma. Mut und Vertrauen versus Angst und Widerstand.
Bist du schon eingeschlafen oder geht’s noch?
* »Niemand« bedeutet hier in unserem Kontext nicht niemand-niemand, es geht nicht um Nobelpreise. »Niemand« ist hier subjektiv gemeint: Wenn du in deinem Dunstkreis niemanden hast, der sowas macht oder schon mal gemacht hat, dann ist der Weg für dich erst mal neu und vielleicht noch gar nicht vorstellbar – einfach weil du keine »Vorlage« hast.
Projekt
Na ja, also vor sechzehn Monaten haben Angst und Mut in meinen Kreativitätsüberlegungen noch keine Rolle gespielt, aber ich hatte eben die Schnapsidee, als Bachelorthesis ein Tarot »für mehr Kreativität« zu gestalten. Mein Prof hat das Thema irgendwann abgesegnet und ich konnte loslegen.
Was in den letzten sechszehn Monaten alles geschah und wie die Thesis vorangekommen ist, habe ich in einer 300-seitigen Dokumentation zusammengefasst. Ja, die praktische Arbeit muss dokumentiert werden. Recherche, Konzeption, Skizzen, mehr Recherche, mehr Konzeption, völlige Verzweiflung, andere Recherche, neue Konzeption, ausufernde Verzweiflung, die ein oder andere Katastrophe am Rande, völliger Zusammenbruch, eine Prise Selbstmitleid, ein paar mittelgroße Wunder, die Macht des Wahnsinns, Metallica* – und tadaa, ich habe ein Tarot für mehr Kreativität gemacht. Es liegt hier. Als Prototyp. Es ist geil.
Letzten Montag hab ich die Arbeit abgegeben. Die Chancen, dass ich durchfalle, stehen nicht schlecht. Irgendwann ist noch das Kolloquium. Dann weiß ich’s.
Der Plan war eigentlich von Anfang an, das Tarot dann auch zu veröffentlichen. Aber [hier kann ich jetzt einen fabelhaften Grund meiner Wahl einsetzen. Aufwand und Kosten der Veröffentlichung zum Beispiel] …
Fakt ist: Ich hab Schiss wie sau.
Das Ganze kann auf zweihundertvierundneunzig verschiedene Arten in die Hose gehen. Zum Beispiel könnte alle Welt mein Tarot – das Kreativ-Tarot – scheiße finden. Niemand könnte es haben wollen. Die Illustrationen könnten einfach zu schlecht sein. Das Konzept könnte Schrott sein. Das Ganze könnte zu weit weg vom eigentlichen Tarot sein, alle könnten es zu freakig finden. Das Ganze könnte zu nah am eigentlichen Tarot sein … nein. Das eigentlich nicht. Aber zu freakig könnte es schon sein.
Es gibt den Narren, den Magier und Tod. Der Rest der Trümpfe ist … anders. Es gibt eine Nixe. Und eine Fee. Und einen Helden. Und den Puppenspieler. Und noch fünfzehn weitere Trümpfe, die meines Wissens nach noch in keinem anderen Tarot aufgetaucht sind (Für die Esoteriker: Trümpfe sind die Großen Arkana).
Es gibt keine Stäbe, Kelche, Schwerter und Scheiben oder Münzen und stattdessen Kreuz, Herz, Pik und Karo, die französischen Farben. Die Pagen und Ritter gibt es. Königinnen und Könige mussten den Meistern und Göttinnen Platz machen. Und ja, man kann mit den Karten Skat, Rommé, Poker und Tarock-Spiele spielen. Und es gibt zweiundzwanzig weitere Karten mit Fragen und Legemustern. Habe ich noch bei keinem Tarot gesehen. Und es gibt ein Poster zur Deutungshilfe. Scheint mir auch ein Novum zu sein.
Und das ist meine Bachelorarbeit. Ein kleines Pappkästchen mit hundert Karten und einem gefalteten Poster. Sechszehn Monate Arbeit. Unendliche Mengen Blut, Schweiß und Tränen. Und wenn ich das jetzt veröffentliche und alle Welt es scheiße findet … dann …
Ich wollte mich die letzten Tage echt schon drücken. Habe auch den zweiten Prototyp noch nicht drucken lassen. Wollte es erst mal sacken lassen und so. Aber heute Morgen hat mir der Puppenspieler dann auf’s Maul gehauen und angeordnet, dass ich das Ding gefälligst zu veröffentlichen habe und den ersten Schritt tun muss, um ihm zu beweisen, dass ich gehorchen werde.
Amen. Hier kommt die feierliche öffentliche Erklärung (die ich Hasenfuß bewusst erst nach rund 2.000 Wörtern Geschwafel abgebe, weil mit größter Wahrscheinlichkeit niemand bis hierhin liest): Ich veröffentliche das Kreativ-Tarot. Dieses Jahr. Nach dem Kolloquium. Und ich schreibe das Buch dazu. Ich veröffentliche auch die Doku. Zumindest in Teilen. Vielleicht muss was zensiert werden. Mindestens die Narrengeschichte. Dazu gleich mehr. Ich muss ja noch mehr Text anhäufen, damit das hier keiner liest. Falls du es doch gelesen hast, kommentier doch mal mit irgendwas Witzigem. Hier oder auf Social Media. Sowas wie »Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast!« oder »Ich kenne dein schmutziges kleines Geheimnis« oder so.
* 🧡
Obey your Master
Ja. Die Narrengeschichte. Das Kreativ-Tarot an sich ist eigentlich nur die gestalterische Umsetzung der Arbeit. Irgendwie. In der Konzeption hatte ich versucht, die Struktur des Tarot (ja, Tarot hat eine Struktur) besser zu begreifen und habe die Abfolge der Karten mit Joseph Campbells Heldenreise abgeglichen. Ich hatte auch schon viel zu oft gelesen, dass die Großen Arkana die »Heldenreise« des Narren abbilden, bla bla bla – aber soweit ich weiß und soweit meine Recherche es ergeben hat, hat niemand diese Heldenreise, diese Abenteuergeschichte, jemals wirklich geschrieben. Von dort kam ich irgendwie zu Odysseus und seiner Odyssee, die ja irgendwie die Heldengeschichte schlechthin ist und … Ach, das verrat ich noch nicht, das ist eine andere Geschichte.
Auf jeden Fall hatte ich dann die Narrengeschichte, also die Heldenreise des Narren, der nach und nach die Trümpfe / Großen Arkana trifft, aufgeschrieben. Es gibt sie. Sie ist toll. Find ich. Also muss sie auch veröffentlicht werden. Ich hab sie auch wirklich nur aufgeschrieben. Das ist das Fazit zur Kreativität … Ich hab gar nix gemacht. Ich hab nur getippt und gemalt und so. Die Anweisungen, was ich zu schreiben hab, was in der Geschichte passiert, wie die Fee aussieht und all das, die kamen woanders her. Puppenspieler wahrscheinlich. Nicht von der Muse übrigens. Um die geht’s auch. Natürlich. Sehr. Aber die hat einen anderen überraschenden Job. Sie ist das, was sonst Trumpf XX, das Gericht, ist. Und sie ist nackt. Und ich vermute, dass sie was mit Prometheus hat, aber ich weiß es nicht sicher.
Veröffentlichung ist gruselig. Warum also will/muss ich es trotzdem veröffentlichen? Nein, ich finde das nicht geil. Ich bin mir absolut sicher, dass jedes Mal, wenn ich irgendetwas poste – Blogartikel, Bildchen, Video – nicht wenige da draußen mit den Augen rollen. Was postet sie denn jetzt wieder für einen Scheiß? Glaubt die echt, dass das jemanden interessiert? Muss sie wieder zeigen, wie toll sie ist? Also mit der Frisur/Figur/Nase/whatever würd ich mich nicht vor ne Kamera stellen.
Wenn du dich darin wiederfindest: Lies Roosevelt und deabonniere/entfreunde mich und meine Inhalte bitte, damit du dich nicht länger fremdschämen musst. Vielleicht ist dir auch egal, was ich poste, dann deabonniere/entfreunde mich bitte auch. Vielleicht findest du es gut, dann ring dich doch vielleicht dazu durch, ein Like oder sowas dazulassen, sonst weiß nämlich niemand, dass irgendwer das hier gut findet. Und vielleicht … nur ganz vielleicht … bist du einer der Menschen, die von meiner Arbeit profitieren können. Vielleicht hast du ja hier zur Kreativität was gelesen, was einen kleinen Aha-Moment hervorgebracht hat.
Ich glaube fest daran, dass in dem Kreativ-Tarot und in der Narrengeschichte Dinge stecken, die irgendwem da draußen nützlich sein können. Wenn solche Projekte in die Welt wollen, dann gibt es dafür einen Grund. Irgendwer da draußen braucht den Narren und muss erfahren, wie er den Magier trifft und was der Magier ihm offenbart. All das war nicht (nur) für mich bestimmt. Aber auch ich hab es gebraucht. Ich musste es aufschreiben und ich muss es nach draußen bringen. Und ich gehorche, wenn der Puppenspieler ruft.
Obey your Master!
Das ist die wichtigste Lektion aus sechzehn Monaten Arbeit.
Das Projekt und ich sind zusammengewachsen, eins geworden, auch wenn die Nabelschnur jetzt durchtrennt ist. Ich kann nicht einfach damit aufhören. Es ist wie eine Droge. Master! Master! Also führe ich es hier fort. Das hier ist quasi der Prolog oder Epilog der Dokumentation. Das Tagebuch eines Narrenprojekts.



