An der iu ist die praktische Bachelorarbeit in einem »Creative Lab« organisiert. Über einen Ticket-System bucht man sich insgesamt 8 Termine mit dem Betreuer der Thesis. Zu jedem Ticket gibt es gewisse Anforderungen, was vorzulegen ist. Um Ticket 1 buchen zu können, braucht man ein Exposé …

Checkliste Ticket 1

Ich zitiere [und kommentiere] hier mal den damaligen Stand der offiziellen Thesis-Checkliste und hoffe, dass das okay ist.

BACHELOR THESIS DESIGN | CHECKLISTE

Checkliste Aufgaben
Dauer gesamt 18 Wochen
BEVOR ES LOS GEHT

Voraussetzungen für das Creative Thesis Lab

To Do

  • Du hast einen für Dich passenden Themenschwerpunkt gewählt, in dem Du bereits Kurse belegt hast und dessen methodische Vorgehensweise Dir vertraut ist. [nein]
  • Du hast Dir ein Thema und eine Alternative überlegt, das Dich persönlich motiviert und das dem Umfang und Anspruch einer Bachelorarbeit entspricht. [Thema ja, Alternative nein, Umfang und Anspruch keine Ahnung]
  • Du hast sichergestellt, dass Du für die Umsetzung der Bachelorarbeit in den kommenden Wochen die erforderliche Zeit investieren kannst. [in den kommenden Wochen ja, in den kommenden sechzehn Monaten NICHT]

Erst nachdem alle To Dos erfüllt sind, kannst du dich zum Creative Thesis Lab anmelden!

VORKURS

Thema, Idee, grobe Recherche (Dauer 2 Wochen, 1 Ticket)

To Do vor Ticket 1

  • Du hast dein Thema und mind. eine Alternative vor Anmeldung zum Creative Thesis Lab überlegt, dich hier im Creative Thesis Lab umgesehen und dich mit dem Ablauf vertraut gemacht und kannst nun dein geeignetes, finales Thema festlegen.

Ticket 1 buchen!

Ticket 1 (16.10.2023)

Exposé: Creative Journey Deck

Kreativität ist alles.

In kreativen, fähigen Tätigkeiten können wir aufgehen und uns ausdrucken. Kreativität, das uns allen innewohnende Potenzial, Neues zu erschaffen, zu kreieren, gibt uns aber ebenso die Möglichkeit, Lösungen zu finden, mehr aus uns zu machen, unser Leben in die Hand zu nehmen – und damit persönlich und globale Zukunft zu gestalten. Mit der „kreativen“ kann sie auch als Bürde werden, wenn Ideen übersprudeln, aber die Umsetzung stockt oder wenn nichts fertig wird.

Und dabei denken die meisten Menschen bei „Kreativität“ einfach nur an künstlerische Hobbys. Wie schade! Sie wissen vielleicht gar nicht, welche Schatztruhe da in ihnen steckt und wie sie sie einsetzen könnten.

Was kann man tun, um den Menschen den Schlüssel zu dieser Schatztruhe in die Hand zu geben? Wie kannte man Menschen helfen, ihre Kreativität zu entdecken und einzusetzen?

Kreativität sollte spielerisch sein. Ein Medium, das Kreativität vermitteln will, sollte Raum lassen. Raum für Gedanken, Raum für Gefühle, Raum für Entwicklung. Wie gutes Coaching.

Wie wäre es mit einem Kartendeck, das offen begleitet und immer neue Möglichkeiten anbietet, statt in Buchform einen Prozess vorzugeben? Ein … Kreativitätstarot. Intuitiv und inspirierend und kein bisschen esoterisch.

Tarot neu gedacht

Das Tarotdeck besteht aus 78 Karten. 22 Davon sind die Großen Arkana, die die Lebensreise und die großen Lebensthemen behandeln, der Narr, die Welt, die Liebenden…
Diese Karten könnten sich ganz der Kreativität und der kreativen Reise widmen. Vom Heureka über das Schaffen mit seinen Blockaden bis zum Meisterwerk.

Dann gibt es, ähnlich wie im Pokerdeck, noch die 56 Kleinen Arkana, aufgeteilt in 4 Farben mit je 10 Zählkarten und 4 Hofkarten. Sie widmen sich abstrahiert den alltäglicheren Lebenssituationen.

Sowohl die Farben als auch die Werte tragen eine systematische Bedeutung. Auch diese Karten könnten „übersetzt“ werden. Nicht in das Reich der Kreativität, sondern in die Selbsterfahrung.

Was treibt mich an? Was hält mich zurück? Ein Modell, das hinreichend viel Tiefgang und gleichzeitig genug Raum lässt, ist Maslows Bedürfnishierarchie mit den Stufen (=Farben) physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse. Mit den weiteren und späteren Stufen lässt sich erstaunlicherweise der Kreis zur Kreativität schließen.

Sinn & Zweck

Das Deck soll Menschen dabei unterstützen ihre Kreativität, ihr gestalterisches Potenzial, zu erkennen und einzusetzen und sich selbst besser kennenzulernen. In anderen Worten: Es soll Selbsterfahrung und Selbstwirksamkeit fördern. Beide sind wichtige Pfeiler für ein glückliches Leben und wichtige Bausteine für psychische Gesundheit.

Wahrscheinlich ist so ein Deck genau das Tool, das ich selbst gerne in den dunkleren und unklareren Phasen meines Lebens gehabt hätte. Mir hätte es geholfen. Ich will dieses Projekt angehen, um anderen die Hilfe und Unterstützung anzubieten, die ich selbst gerne gehabt hätte.

Ich bin davon überzeugt, dass es anderen nützlich sein wird und ihnen Freude bereiten kann.

Weitere Ideen

Es gibt nur ein Exposé. Das Creative Journey Deck ist die Auslese aus einem langen Denkprozess, der mit einem Activity Book zum Thema Personal Branding begann, das Solopreneuren durch Kreativitätstechniken und Designmethoden helfen sollte, ihre Markenkerne und ihr Branding zu erarbeiten.

Das Thema schien zu klein.

Es folgte ein Activity Book, das Kreativitätstechniken, Designmethoden und das Denken des Designers auf die Gestaltung des eigenen Lebens übertragen sollte.

Es folgten hundert weitere Ideen. Activity Books. Thema Berufswahl. Eine App für die Region. BNE-Materialien. Beschilderung für die Wüstung Eckweiler. Gestaltung eines kohärenten ZNL-Kurses. Das Tiny House Projekt.

Vieles wurde schnell verworfen, weil letztlich die Fähigkeiten und die motivierten, offenen Kooperationspartner fehlen, um die Reinzeichnung am Ende auch in die Realität zu überführen.

Also doch Activity Book?

Aber was wäre dann eine bessere Alternative zu einem Buch oder Magazin oder irgendeinem blätterbaren Printmedium?

Coachingkarten? Gibt es wie Sand am Meer. Aber Karten … Karten … da war doch was! Vor bestimmt zehn Jahren hatte ich mal die Schnapsidee, ein Tarotdeck gestalten zu wollen. Ohne neue Bedeutung, einfach nur eine andere Optik.

Tarot statt Activity Book. 78 Karten (plus Verpackung, plus wenigstens eine kurze Erklärung) statt Suchseiten. Ein uraltes System statt Abschnitten und Kapiteln. A lot of work. A lot of fun.

Kann das funktionieren? Macht das im Kontext Sinn?

Ja! Das flexible Medium Karten wird der spielerischen Natur der Kreativität und dem offenen, raumgebenden Ansatz von gutem Coaching viel gerechter als ein Buch.

Und muss es wirklich ein Tarotdeck mit all seinen Systemen und Bedeutungen sein? Reichen Start- oder Pokerdecks nicht? Oder durchnummerierte Coachingkarten? Orakelkarten? Oh bitte nicht!

Das alte System des Tarot in etwas Neues, Unerwartetes zu übersetzen, reizt mich an. Die Großen Arkana bieten sich für die „kreative Reise“ geradezu an. Die kleinen Arkana lassen sich auch ohne Maslow aufteilen. Man könnte auch die ursprünglichen Bedeutungen von Geist, Emotion, Energie und Materiellem verwenden. Oder etwas anderes daraus machen.

Doch Maslow (woher auch immer die Idee kam, Maslow ins Spiel zu bringen) hat es mit seiner Bedürfnispyramide eigentlich ganz gut zusammengefasst. Damit es uns gut geht, müssen die vier Grundbedürfnisse erfüllt sein. Wenn es uns nicht gut geht, kann ein Blick in die Pyramide Aufschluss geben, warum das so ist. Und einen guten Anhaltspunkt liefern, wie sich das Defizit beheben lässt. Wofür etwas Kreativität wiederum nicht schaden kann.

Klingt ja fast nach einer runden Sache, die allerdings noch reichlich Spielräume für Anpassungen hat. Was richtig gut passt und was noch nicht, wird sich in der tieferen Recherche und in den ersten Schritten der Umsetzung zeigen. In 78 gekritzelten Karteikarten. Vielleicht in „The War of Art“, das ich schon seit Jahren lesen will. Let’s see.

Das Projekt ist groß, komplex und stellenweise noch etwas wirr. Und ich liebe es jetzt schon. Während der gedanklichen Auseinandersetzung mit dieser Idee haben alle anderen Ideen ihren Reiz verloren. Deshalb gibt es nur ein Exposé.

Mein Wunschbetreuer – Professor V – hat das Thema für die Bachelorarbeit im ersten Ticket abgenickt, ABER drauf bestanden, dass ich das Exposé nochmal überarbeite. Die überarbeitete Fassung packe ich zum nächsten Ticket dazu.

Ticket-Abgabe

Exposé
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